Queich angeln

Wissenwertes über die Queich

Quelle:

Die Queichquelle liegt 3 km südlich der Gemeinde Hauenstein in 273 m ü.NHN am Ostfuß des 461m hohen Winterbergs. Sie ist mit behauenen Steinen aus dem landschaftstypischen roten Buntsandstein gefasst, an der Quellanlage gibt es auch ein Wassertretbecken und Sitzbänke.

Verlauf:

Die Queich fließt zunächst als schmaler Bach durch das Stephanstal in nördlicher Richtung. Kurz vor dem Beginn der Wohnbebauung von Hauenstein ist sie zum etwa 200 mlangen und bis 40m breiten Paddelweiher aufgestaut. Nach dem Durchqueren der Gemeinde wendet sie sich nach Osten und bewegt sich in großen Bögen durch das nach ihr benannte Queichtal. Sie passiert dabei Wilgartswiesen und Rinnthal; dort nimmt sie von links und Nordwesten ihren stärksten Zufluss auf, den 15km langen Wellbach. Dann zieht sie durch Annweiler-Sarnstall, wo von Südwesten der Rimbach einmündet, durch Annweiler und Annweiler-Queichhambach. Dort wird sie, wiederum von links und Nordwesten, von ihrem zweitstärksten Zufluss verstärkt, dem wenig zuvor von Eußerbach und Dernbach gebildeten Eisbach.

Nach gut 20km öffnet sich in Albersweiler das Tal zur Rheinebene hin und es beginnt die hügelige Landschaft der Weinstraße, die das bedeutendste pfälzische Weinbaugebiet ist. In Siebeldingen quert die Queich die Deutsche Weinstraße, beim Vorort Godramstein erreicht sie das Stadtgebiet von Landau. Dort ist sie größtenteils verrohrt und nur an einigen Stellen wenigstens kanalisiert wahrzunehmen. Im Vorort Queichheim verlässt die Queich Landau, nachdem sie etwa 30km unterhalb ihrer Quelle in der offenen Ebene angekommen ist; hier mündet der Birnbach von rechts.

Ihre nächsten Stationen sind Offenbach an der Queich und Ottersheim, deren Gemarkungen sie allerdings nur im Norden durchfließt, während sie die Siedlungsgebiete weiter südlich nicht berührt. Am Ottersheimer Teilungswehr wird der Queich das Wasser für den rechten Mündungsarm Spiegelbach abgezweigt, der nach Südosten über Bellheim und das nach Germersheim eingemeindete Sondernheim zum Rhein gelangt. Die Queich selbst wendet sich mehr nach Nordnordost und mündet im Norden der Stadt Germersheim auf 95m Höhe in den Rhein.

Quelle: Wikipedia

Wiesenbewässerung in den Queichwiesen zwischen Landau und Germersheim

Die landwirtschaftliche Kulturtechnik der Wiesenbewässerung basiert auf einem nachhaltigen Umgang mit der natürlichen Ressource Wasser. Bis heute wird die Tradition durch das Engagement von Landwirten, Vereinen und Stiftungen lebendig gehalten und im Rahmen von Führungen und interaktiven Ausstellungen weitergegeben. Dabei stehen das Wissen um Naturschutz, Naturkunde und Biodiversität genauso im Fokus wie dessen praktische Anwendung.

Seit über 500 Jahren ist die Wiesenbewässerung von großer Bedeutung für die landwirtschaftliche Kulturtechnik sowie für die Bevölkerung. Die Wiesenbewässerung gibt es entlang der Queich, einem Nebenfluss des Rheins. Sie wird in den Gemarkungen von Landau bis Bellheim im Bundesland Rheinland-Pfalz betrieben. Das für diese Praxis erforderliche Wissen und Können im Umgang mit der Natur wird seit dem Mittelalter von Generation zu Generation tradiert.

Die traditionelle Wiesenbewässerung wird heute noch als kulturelle Ausdrucksform gelebt und als ganzjährige Bewirtschaftung mit Frühjahrs- und Sommerbewässerung durchgeführt. Sie folgt der Technik der Staugrabenberieselung. Dazu wird Wasser innerhalb von ein bis drei Tagen aus dem Bach durch Auslass-Schleusen in die Bewässerungsgräben geleitet. Mit Hilfe von Schließen tritt das gestaute Wasser über die Grabenschulter in die Wiesenflächen, durchrieselt die Grasnarbe und infiltriert den Boden. Hierfür verlangt die traditionelle Bewässerung von den Beteiligten spezifische Erfahrungswerte und Wissen bezüglich der Zusammenhänge von Umweltfaktoren und trägt so zu einem nachhaltigen Umgang mit der Natur bei.

Die von den Kommunen beauftragten Wiesenwässerer erhalten Unterstützung durch Landwirte und ehrenamtliche Helfer. Die Unterhaltung des Bewässerungssystems wird weitgehend über eine „Feldhutabgabe“ der Landwirte finanziert und von den Kommunen durchgeführt. Für die Beteiligten sind die Arbeiten am Gemeinwerk, die kooperativen Strukturen und die daraus resultierende Kulturlandschaft äußerst identitätsstiftend. Die Queichwiesen mit ihrer Bewässerung sind ein Alleinstellungsmerkmal der Region. In der einheimischen Bevölkerung und bei den Touristen erfreuen sie sich zunehmender Aufmerksamkeit als wiederentdeckte, sich auszeichnende regionale Besonderheit. Die Mitglieder der Interessengemeinschaft Queichwiesen pflegen dieses lebendige kulturelle Erbe stellvertretend für die gesamte einheimische Bevölkerung. Naturschutz und Landwirtschaft profitieren gleichermaßen von der Wiesenbewässerung.

Neben naturschutzfachlichen Gründen und dem guten Heuertrag für Bauern, der trotz Verzicht auf Düngung möglich ist, bieten die Wiesen zur Sommerzeit ein idyllisches Naturspektakel. Vor ihrem Wegzug nach Süden versammeln sich in den Wiesen hunderte von Störchen zur Sommerbewässerung. Dieses Phänomen findet immer mehr Aufmerksamkeit bei Bevölkerung und Touristen. Die Trägergemeinschaft ist grenzüberschreitend im paneuropäischen Programm zur Förderung von traditionellen Bewässerungstechniken aktiv und vernetzt. Ihr Engagement leistet nicht nur einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung der Biodiversität, sondern interessiert eine breite Masse für Naturkunde und Nachhaltigkeit.

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Quelle: https://www.unesco.de